Stahlwaren August Birzer

Messerschmiedemeister August Birzer — ein Regensburger Urgestein

Das Stahlwarengeschäft von August Birzer findet man im Taubengäßchen, inmitten der schönen Regensburger Altstadt und gegenüber der allseits bekannten Steinernen Brücke. Der Traditionsbetrieb, welcher seit 1828 besteht, wird in der 7.Generation von dem handwerklich äußert talentierten Regensburger geführt.

Inhaber August Birzer in seinem beeindruckenden Geschäft. Bild:
Stefanie Schnaus

Mit Herz und Seele bei der Kunst des Schleifens

Sein Geschäft hat für August Birzer eine große Bedeutung: Er ist in diesem Haus geboren und aufgewachsen.
Schon von Kindesbeinen an führte ihn sein täglicher Weg in den Laden, wo er sich in der Werkstatt zuerst durch Beobachtung, dann durch Mithilfe seines Vaters die uralten Traditionen- und Methoden des Schleifens aneignete. Ihm ist die Schleifkunst sozusagen vererbt worden – er hat sie im Blut!
In jungen Jahren erlernt er im oberfränkischen Forchheim den Lehrberuf des Messerschmiede- und Schleifermeisters. Nach dem Tod seines Vaters, übernimmt der nur 18 Jahre alte August Birzer den Betrieb seines Vaters.

Große Bekannt- & Beliebtheit in Regensburg und seinen Gästen

Regensburgs Gastgewerbe und Fleischereien wissen, wo die Klinge der Messer wieder einen guten Schnitt bekommt.
Auch Privatkunden schätzen die Qualität der Schleifkunst und das Handwerk mit dem Siegel „made in Regensburg“ von Birzer.
Das Geschäft betreten nicht nur Regensburger, sondern Kunden aus ganz
Deutschland finden immer wieder den Weg durch die Eingangstür. So kommt beispielsweise ein Besucher aus Hamburg, der regelmäßig in Regensburg Urlaub macht, mit seinen Messern und lässt sie bei jedem Besuch der Domstadt erneut schleifen.
Ebenfalls gehören Schiffsköche, die bei ihren Fahrten über die Donau in Regenburg Halt machen, zur Stammkundschaft von August Birzer. Auch Sammler wissen den Wert des Geschäftes zu schätzen. So erfreut August Birzer mit seinem Sortiment das Herz von zahlreichen Hobby-Taschenmesser-Sammlern.

Berühmte Besucher geben sich die Messer in die Hand

Prominente wie Helge Schneider oder Schauspieler Tilo Prückner und viele andere besuchen August Birzer in seinem Geschäft.
Ein Zitat von Sänger Fred Bertelmann, der sich ein Taschenmesser kaufen wollte, bringt es auf den Punkt: „Man sieht den Wald vor lauter Taschenmesser nicht“.
Dieses Zitat steht für eine gelungene Beschreibung des Geschäfts. Es bietet ein außergewöhnliches Ambiente, bei Eintritt begibt man sich in eine eigene interessante Welt der Stahlwaren, die auch von Berühmtheiten geschätzt wird.

Kleiner Laden, aber 100 % Qualität

Geht man durch das Taubengäßchen, machen die großen, aufwendig dekorierten Schaufenster und Werbetafeln auf das Geschäft aufmerksam. Bei Betreten des Ladens wird man überwältigt von der Vielzahl von Messern und weiteren Stahlwaren in dem nur 16m² großen Geschäft.
Beim Öffnen der Tür klingelt die Glocke und der überaus sympathische Inhaber kommt aus der Werkstatt oder steht hinter der Verkaufstheke, um seine Kunden persönlich zu bedienen.
Bereits in den ersten Minuten im Geschäft – wo hochwertiger Stahl und altes Handwerk aufeinander treffen – bemerkt man im Gespräch, über welch tiefgründiges Wissen Birzer verfügt.
Die Stahlwaren bezieht der Meister aus Solingen, im bergischen Land. Diese Stadt steht für hervorragende Qualität bei der Stahlwarenherstellung.

Das richtige Schleifen: vom Anfänger bis zum Fortgeschrittenen

Stahlwaren Birzer verfügt nicht nur über Haushaltsartikel wie unzählige Arten von Messer und Scheren, von Kartoffelmesser über Fleischmesser, sondern auch über Messerzubehör wie Wetzsteine, Messerblöcke oder Lederetui. Auch Kosmetikartikel wie Nagelscheren führt der Schleifermeister.

Einzigartige Messer im Laden August Birzer verfügt über sehr besondere Messer wie das Damastmesser oder Damasttaschenmesser. Bei dem Damaststahl handelt es sich um ein besonderes Herstellungsverfahren, das Damastmesser zeichnet sich durch eine robuste, langlebige, widerstandsfähige und scharfe Klinge aus. Weitere Unikate sind die handwerklich hergestellten Messer im Laden. Bei diesen Messern gibt es höchstens 1 bis 2 Exemplare pro Auflage.

Die Spannbreite des Kaufpreises von Messern und weiteren Stahlwaren sind für den schmalen Geldbeutel, aber auch für die mittlere, hohe und premium Preisklasse ausgelegt.
Ein Messer zu schleifen dauert länger als gedacht.
Viele wissen nicht, wie viel Arbeit hinter der Schleifkunst- und den Schleifmethoden steckt, wenn man die Schere als Beispiel nimmt: Diese muss vollständig zerlegt, poliert und abgezogen werden. Mit bis zu 20 min. Bearbeitungszeit ist hier zu rechnen.
Keine Klinge bleibt ewig scharf, jedoch wendet man die richtige Pflege an, hat man lange Freude daran. Mit der richtigen Pflege wird beispielsweise die Reinigung und Aufbewahrung verstanden.
Der qualifizierte Besitzer plaudert gerne mit seinen Kunden und man erhält eine fachkompetente Beratung für den richtigen Umgang mit diesen Stahlwaren und ihren Zubehör.

Das einzigartige multifunktionale Taschenmesser zum 190-
jährigen Bestehen von Stahlwaren Birzer. Bild: Stefanie Schnaus

Multifunktionales Messer zum 190-Jährigem

Zum 190-jährigen Bestehen des Traditionsgeschäftes ließ August Birzer ein
multifunktionales Taschenmesser mit den nützlichsten Funktionen anfertigen. Es existiert eine limitierte Auflage von 70 Stück.
Diese Taschenmesser sind von einer Schweizer Qualitätsfirma hergestellt.
Auf der Vorderseite ist ein Bild von Regensburg mit der Donau, der Steinernen Brücke und dem Regensburger Wahrzeichen – dem Dom abgebildet.
Dieses extra gefertigte Bild zeigt das prachtvolle Kulturerbe Regensburgs.
Von dieser Sonderausgabe sind zwei Exemplare in Russland in der Hauptstadt Moskau zu finden.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei August Birzer für die Zeit, die er sich extra für uns genommen hat und für seine überragenden Erzählungen sowie die Einführung in die Schleifkunst. Es existieren nur noch eine Handvoll dieser Geschäfte, deswegen sollte dieser Handarbeit eine besondere Anerkennung gewidmet werden. Dieses kleine, wunderbare Geschäft ist auf jeden Fall einen Besuch wert.